{"id":1671,"date":"2014-06-10T22:38:03","date_gmt":"2014-06-10T20:38:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/?p=1671"},"modified":"2014-06-10T23:12:56","modified_gmt":"2014-06-10T21:12:56","slug":"diskussionsansatz-zum-wm-wohnzimmer-im-stadion-an-der-alten-forsterei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/diskussionsansatz-zum-wm-wohnzimmer-im-stadion-an-der-alten-forsterei","title":{"rendered":"Diskussionsansatz zum WM-Wohnzimmer im Stadion An der Alten F\u00f6rsterei"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Unioner,<\/p>\n<p>zu allererst einmal m\u00fcssen wir euch an dieser Stelle entt\u00e4uschen. Denn nein, dies wird kein Bekennerschreiben der Sofaterroristen. Vielmehr m\u00f6chten wir diese Aktion zum Anlass nehmen, uns \u00f6ffentlich zum WM-Wohnzimmer zu positionieren, denn anders als Dirk Thieme (Vorstandsvorsitzender der Stadion AG), vernehmen wir durchaus zahlreiche kritische Stimmen zum WM-Wohnzimmer aus unserem Umfeld, welches weite Teile der Fanszene des 1. FC Union abdeckt. <\/p>\n<p>Wir meinen in der Versenkung dreier Sofas in der Wuhle einen gewissen Ausdruck von Ohnmacht eines Teils der Fanszene zu erkennen. Eine Ohnmacht, die sich aufgrund von rasanten Entwicklungen in und um unseren Verein einstellt. Diese Entwicklungen \u00fcberollen die aktive Fanszene des 1. FC Union zunehmend. Auch das Fantreffen am vergangenen Dienstag war Ausdruck dessen und best\u00e4tigt die Sorgen gro\u00dfer Teile der Fanszene. Uns wird klar, dass sp\u00e4testens jetzt Entscheidungen getroffen werden, die unseren Verein in den n\u00e4chsten Jahren nachhaltig pr\u00e4gen werden. <\/p>\n<p>Wie Union in diesen n\u00e4chsten Jahren aussehen wird, h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich davon ab, wer die Menschen sind, die regelm\u00e4\u00dfig ins Stadion An der Alten F\u00f6rsterei pilgern. Das WM-Wohnzimmer ist nur eine von vielen Aktionen, die Einfluss darauf haben, wer diese Menschen sind. Genau hier setzt unsere Kritik an. Wir erwarten, dass sich der Verein genau dar\u00fcber Gedanken macht, wenn er ein solches Event organisiert. Warum und f\u00fcr wen veranstaltet Union, respektive die Stadion AG, das WM-Wohnzimmer? Soll es die Identifikation der Unioner mit ihrem Stadion f\u00f6rdern? Oder soll sich vielmehr die Begeisterung eines breiten WM-Publikums f\u00fcr das Stadion auf Union \u00fcbertragen und dazu f\u00fchren, dass diese auch die Heimspiele des 1. FC Union besuchen. Ohne die Art, wie diese Menschen Fu\u00dfball erleben, bewerten zu wollen, so ist es aus unserer Sicht doch in erster Linie der Konsum des Events, der hier im Vordergrund steht. Fans, so wie wir das Wort verstehen, sind sie jedoch nicht. Will Union diese Menschen also tats\u00e4chlich f\u00fcr Heimspiele begeistern? Warum wirbt Union f\u00fcr das WM-Wohnzimmer auch am Olympiastadion? Ist dies schlicht als kleine Provokation gedacht oder m\u00f6chte man tats\u00e4chlich alle Berliner einladen? Wirklich ALLE, auch solche von anderen Vereinen? Welche Auswirkungen h\u00e4tte all dies? Wollen wir Konsumenten oder wollen wir Fans? Wollen wir Berliner oder wollen wir Unioner im Stadion An der Alten F\u00f6rsterei?<\/p>\n<p>Und noch eine Frage, die so offensichtlich ist, dass sie eigentlich schon gar nicht mehr gestellt werden muss. Ist der Verein\/ die Stadion AG nicht selbst schuld, wenn er\/ sie noch vor zwei Jahren mit Anti-Fifa-Plakaten f\u00fcr Stadionaktien wirbt? Ist es nicht logisch, dass sich jetzt einige Fans und Aktion\u00e4re betrogen f\u00fchlen, dass sie w\u00fctend sind, wenn pl\u00f6tzlich die Fifa-WM zum Event in eben jenem Stadion wird? Tr\u00e4gt der 1. FC Union hier nicht auch zu einer gewissen Radikalisierung von Teilen der Fanszene bei? H\u00e4tte man Fans und Aktion\u00e4re st\u00e4rker in die Planung der Veranstaltung einbeziehen k\u00f6nnen oder sogar m\u00fcssen?<\/p>\n<p>Doch bei aller Kritik m\u00fcssen auch wir uns hinterfragen. Gehen die Entwicklungen tats\u00e4chlich an uns vorbei oder haben wir es einfach nur vers\u00e4umt, rechtzeitig Kritik zu \u00e4u\u00dfern? Die Idee des WM-Wohnzimmers war immerhin schon lange bekannt. Haben wir es vers\u00e4umt hier rechtzeitig genauer nachzufragen? W\u00e4re nicht genug Zeit f\u00fcr einen kreativeren Protest gewesen? Kann diese Ohnmacht, die uns jetzt \u00fcberkommt, also tats\u00e4chlich als Entschuldigung herhalten? Was bringt uns eine Radikalisierung und f\u00fchren wir die ein oder andere Diskussion vielleicht auch zu emotional? Was sind eigentlich unsere sachlichen Gegenargumente? <\/p>\n<p>Wir wollen mit diesen Zeilen vor allem etwas zu einer Diskussion um die Zukunft des 1. FC Union und seiner Fanszene beitragen. Wir wollen euch auffordern, diese Diskussion zu f\u00fchren. F\u00fchrt sie mit anderen Unionern, in euren Fanclubs, mit Verantwortlichen und Au\u00dfenstehenden. F\u00fchrt die Diskussion \u00f6ffentlich, lasst andere und insbesondere auch die Verantwortlichen des Vereins an euren Gedanken teilhaben. Macht euch Gedanken \u00fcber die Folgen, die die ein oder andere Idee haben k\u00f6nnte, auch wenn sie zun\u00e4chst noch so toll und kreativ erscheinen mag.<\/p>\n<p>Wuhlesyndikat im Juni 2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Unioner, zu allererst einmal m\u00fcssen wir euch an dieser Stelle entt\u00e4uschen. 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