{"id":2543,"date":"2018-02-26T12:55:38","date_gmt":"2018-02-26T10:55:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/?p=2543"},"modified":"2018-02-26T12:55:38","modified_gmt":"2018-02-26T10:55:38","slug":"die-zukunft-des-fussballs-beginnt-jetzt-und-wir-muessen-sie-gestalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/die-zukunft-des-fussballs-beginnt-jetzt-und-wir-muessen-sie-gestalten","title":{"rendered":"Die Zukunft des Fu\u00dfballs beginnt jetzt \u2013 und wir m\u00fcssen sie gestalten!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was ist passiert?<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem offiziell von Martin Kind ruhend gestellten Antrag auf Ausnahme der 50+1-Regel f\u00fcr sich und Hannover 96 soll die 50+1-Regel nun von allen DFL-Clubs \u201emodifiziert\u201c werden. F\u00fcr eine solche Modifizierung werden 24 von 36 Stimmen, also eine 2\/3-Mehrheit, aller DFL-Mitglieder (=Clubs) ben\u00f6tigt. Martin Kinds Problem wird somit zum Problem aller Fans und Vereine.<\/p>\n<p><strong>DFL und DFB haben nichts verstanden! <\/strong><\/p>\n<p>Die Grundsatzdiskussion zur 50+1-Regel wurde nach jahrelangen Diskussionen mit 36:0 Stimmen aller DFL-Clubs 2014 zum Abschluss gebracht. Seit 2014 ist eigentlich \u00fcberhaupt nichts passiert, schon gar nicht seit August 2017, wo es noch von DFB und DFL gro\u00dfm\u00e4ulig hie\u00df: \u201eWir haben verstanden\u201c. Nur Martin Kind konnte man nicht wie erwartet durchwinken. Ein Erfolg aller Fans-bundesweit! DFL-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian Seifert will das Fass jetzt wieder \u00f6ffnen und initiiert eine \u201eGrundsatzdebatte zur 50+1-Regel\u201c, um nicht nur Kind, sondern allen Investoren eine \u00dcbernahme zu erm\u00f6glichen, ob sie nun Kind, K\u00fchne, Ismaik oder sonst wie hei\u00dfen. Damit steht fest: Seifert, Grindel &amp; Co haben \u00fcberhaupt nichts verstanden. Sie glauben ernsthaft, die Fans verarschen zu k\u00f6nnen, indem sie Wasser predigen und Wein saufen!<\/p>\n<p><strong>Was ist das Ziel der angestrebten Modifizierungen?<\/strong><\/p>\n<p>Im Klartext: nichts weiter als das faktische Ende von 50+1 in Deutschland durch die Hintert\u00fcr. Denn jetzt wollen nat\u00fcrlich auch andere Investoren die Diskussion nutzen, mit Hilfe williger Club-Bosse (wenn nicht eh identisch) \u201eihre\u201c Clubs von der vermeintlichen 50+1-Gei\u00dfel zu befreien und daf\u00fcr nicht erst 20 Jahre lang eine erhebliche F\u00f6rderung nachweisen zu m\u00fcssen. Eine 5-Jahres-Frist, wie sie in der freien Wirtschaft f\u00fcr Heuschrecken-Investoren \u00fcblich ist, wurde bereits ins Spiel gebracht. Die neuerdings gerne gebrauchte und harmlos klingende Aussage, es solle doch jeder Verein selbst \u00fcber 50+1 entscheiden, bedeutet letztlich nichts anderes. Wenn ein Verein selbst und nicht mehr die DFL entscheiden, ob ein Investor \u00fcbernehmen darf oder nicht, sobald sich der Verein als gef\u00f6rdert \u201eansieht\u201c, sind nicht nur Kind und Ismaik am Ziel ihrer Tr\u00e4ume. Stehen dabei l\u00e4stige Vereinsmitglieder im Weg, wird man schon daf\u00fcr sorgen, dass die Abstimmungsergebnisse passend gemacht werden, und sei es durch Geschenke an Einmal-W\u00e4hler (Trikot f\u00fcr Stimme) wie in Hamburg und Stuttgart unl\u00e4ngst geschehen. Wie es bei 1860 M\u00fcnchen aktuell ohne eine ernsthaft gelebte 50+1-Regel aussehen w\u00fcrde, kann sich jeder selbst ausmalen.<\/p>\n<p><strong>Wieso ist das jetzt wichtig f\u00fcr alle Fans und Fanszenen in Deutschland?<\/strong><\/p>\n<p>Die jetzt schon offensichtliche Schere zwischen arm und reich im Fu\u00dfball w\u00fcrde noch gr\u00f6\u00dfer werden als ohnehin schon. Investoren w\u00fcrden sich naturgem\u00e4\u00df zuerst f\u00fcr die gro\u00dfen Clubs interessieren. F\u00fcr Traditionsclubs, Zweitligisten oder gar noch niedriger spielende Clubs, die sich dem Ausverkaufswettbewerb nicht anschlie\u00dfen wollen, w\u00fcrde das letztlich bedeuten, dass es f\u00fcr sie noch unm\u00f6glicher w\u00fcrde, zur Spitze aufzuschlie\u00dfen. Wenn die Gro\u00dfen noch gr\u00f6\u00dfer werden und die Ab- und Aufstiegspl\u00e4tze mehr denn je schon vor Saisonbeginn feststehen, werden sich die kleinen, oft \u00fcberschuldeten Clubs in Ihrer Verzweiflung dann doch mit dem arabischen, amerikanischen, russischen oder chinesischen Teufel ins Bett legen, um die Abk\u00fcrzung zu nehmen. RB Leipzig l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Dass dadurch auch Eintrittspreise steigen oder Trikotfarben den Hauptsponsoren angepasst werden ist so klar wie die damit verbundenen Ver\u00e4nderungen f\u00fcr die Fanszenen, die oft beschworene Fankultur und das soziale Mengengef\u00fcge im Stadion. Die billigste Dauerkarte bei Arsenal London kostete schon 2013 \u00fcber 1.000 EUR. Nicht umsonst pilgern jedes Wochenende Hunderte Fans aus dem Ausland wegen bezahlbarer Eintrittskarten und guter Stimmung in Deutschlands Stadien.<\/p>\n<p><strong>Wie soll das Ziel erreicht werden, 50+1 abzuschaffen?<\/strong><\/p>\n<p>Namhafte und weniger namhafte Pers\u00f6nlichkeiten wie Christian Seifert, Christoph Schickhardt (umtriebiger Fu\u00dfball-Anwalt vieler Clubs), Alfred Draxler (Bild) und Rainer Franzke (Kicker) sowie diverse Club-Funktion\u00e4re werden ihre aufgeh\u00fcbschten alternativen Ansichten von 50+1 massiv bewerben. Mit wertlosen Brotkrumen, die gr\u00f6\u00dftenteils eh selbstverst\u00e4ndlich sein sollten und auch problemlos ohne eine Diskussion um 50+1 festschreibbar w\u00e4ren (z.B. Verbote zur \u00c4nderung von Vereinsfarben oder ein Umzug von Clubs in eine andere Stadt), wird man dabei versuchen, die Fans zu blenden. Ziel ist es, die de facto Abschaffung von 50+1 salonf\u00e4hig zu machen.<\/p>\n<p><strong>Was muss man tun, um dem entgegenzuwirken?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist eindeutig der sportpolitisch wichtigste Kampf der Fans in naher Zukunft, da deren Ausgang zwangsweise Einfluss auf unseren Fu\u00dfball in zehn, zwanzig, drei\u00dfig oder vielleicht auch schon zwei Jahren haben wird und auf unsere Mitbestimmungsm\u00f6glichkeiten in den Vereinen (noch) mit Bindung zu den Profis. Wird 50+1 ausgeh\u00f6hlt, \u00f6ffnet sich die B\u00fcchse der Pandora. Es ist dann keine Frage mehr ob, sondern wann englische\/spanische\/franz\u00f6sische Verh\u00e4ltnisse im deutschen Fu\u00dfball einkehren. Der Gegenwind der Fans muss massiv und dauerhaft sein, um Wirkung zu zeigen. Augen zu und durch &#8211; das gelingt vielleicht im Kleinen, aber nicht, wenn der Gegenwind alle Stadien in irgendeiner Form erfasst und damit das gesamte \u201ePremiumprodukt\u201c der DFL. Bleibt der Gegenwind dagegen aus, haben die 50+1-\u201ePutscher\u201c freie Hand. Den Verantwortlichen bei DFB und DFL sowie in besonderem Ma\u00dfe auch in den (ausgelagerten) Clubs und Vereinen muss klarwerden, dass sie massiver Widerstand erwartet, wenn sie sich auf das durchschaubare Spiel einlassen. Parallel dazu sollten alle Fanszenen daf\u00fcr sorgen, Einfluss in ihren Vereinen zu erlangen und dort Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Wer kein Vereinsmitglied ist, kann keinen Einfluss nehmen und wer keinen Einfluss nehmen kann, gibt seine Mitbestimmungsrechte auf.<\/p>\n<p><strong>Das Wichtigste jetzt: <\/strong><\/p>\n<p><strong>Keine neue Grundsatzdebatte zu 50+1!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die 50+1-Regel und die Kriterien f\u00fcr eine Ausnahmegenehmigung sind nicht verhandelbar!<\/strong><\/p>\n<p>Die Fanszenen Deutschlands im Februar 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist passiert? Nach dem offiziell von Martin Kind ruhend gestellten Antrag auf Ausnahme der 50+1-Regel f\u00fcr sich und Hannover 96 soll die 50+1-Regel nun von allen DFL-Clubs \u201emodifiziert\u201c werden. F\u00fcr eine solche Modifizierung werden 24 von 36 Stimmen, also eine 2\/3-Mehrheit, aller DFL-Mitglieder (=Clubs) ben\u00f6tigt. 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