{"id":3544,"date":"2020-05-28T18:00:00","date_gmt":"2020-05-28T16:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/?p=3544"},"modified":"2020-05-28T16:48:29","modified_gmt":"2020-05-28T14:48:29","slug":"in-der-krise-beweist-sich-der-charakter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/in-der-krise-beweist-sich-der-charakter","title":{"rendered":"In der Krise beweist sich der Charakter"},"content":{"rendered":"\n<p>Nein, der Fu\u00dfball befindet sich in keiner Krise \u2013 lediglich das \nGesch\u00e4ftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene\n Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, \nbekommt der Profifu\u00dfball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher \nMissgunst ein gro\u00dfer Teil der Bev\u00f6lkerung auf den Profifu\u00dfball blickt. \nWir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fu\u00dfball eine Parallelwelt \nerschaffen hat, welche viele Fu\u00dfballfans mit ausufernden Transfer- und \nGehaltssummen, einer uners\u00e4ttlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption\n bei Verb\u00e4nden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen \n(2017\/18 ca. 200 Mio. \u20ac) in Verbindung setzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><br>Wiederaufnahme des Spielbetriebs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00f6gen aktuell nicht beurteilen und absch\u00e4tzen k\u00f6nnen, wann ein\n vertretbarer Zeitpunkt gewesen w\u00e4re, den Ball wieder rollen zu lassen. \nWir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifu\u00dfballs als \nanstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart \naggressiv in den Vordergrund zu dr\u00e4ngen. Der Gedanke, dass sich mit \ngen\u00fcgend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten \nlassen, l\u00e4sst sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei\n der Inanspruchnahme routinem\u00e4\u00dfiger Screenings erachten wir als \nanma\u00dfend, w\u00fcrden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei \ndenen verdachtsunabh\u00e4ngige Testungen mehr Sinn ergeben w\u00fcrden. \u00dcbel \nst\u00f6\u00dft hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazit\u00e4ten \nauf, sondern weil sich der Profifu\u00dfball eine soziale Relevanz anma\u00dft und\n eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verh\u00e4ltnis zur aktuellen \ngesellschaftlichen Rangordnung steht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir h\u00e4tten vielmehr eine \nVorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der \nVorbildfunktion des Fu\u00dfballs gerecht wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ver\u00e4nderungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs steht au\u00dfer Frage, dass k\u00fcnftig Nachhaltigkeit, Stabilit\u00e4t und\n Bodenst\u00e4ndigkeit zu den entscheidenden Werten geh\u00f6ren m\u00fcssen\u201c. Zwar \nzeugt die von der DFL get\u00e4tigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt\n jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Ma\u00dfstab bisher Entscheidungen \ngetroffen wurden und in welchem Ausma\u00df man von wirtschaftlichen \nInteressen getrieben wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist jetzt, und nicht erst nach \n\u00fcberstandener Krise, an der Zeit, \u00fcber konkrete Ver\u00e4nderungen im \nProfifu\u00dfball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wettbewerbsf\u00f6rdernde, liga\u00fcbergreifende Verteilung der Fernsehgelder<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der aktuelle Verteilungsschl\u00fcssel \nsorgt daf\u00fcr, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen \nVereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung \nf\u00f6rdert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivit\u00e4t der \nLigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;R\u00fccklagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es muss festgelegt werden, dass die \nClubs R\u00fccklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art \n\u00fcberstehen zu k\u00f6nnen, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei \nmuss vor allem R\u00fccksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und daf\u00fcr \nad\u00e4quate L\u00f6sungen gefunden werden, ohne diese &#8211; ebenso wie 50+1, in \nFrage zu stellen.&nbsp;Schlie\u00dflich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung \nder Liquidit\u00e4t genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise gef\u00fchrt hat. \nDaher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt \nwird, aus unserer Sicht vollkommen unverst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gehalts- und Transferobergrenzen&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Spielern und Funktion\u00e4ren seien \nweiterhin wirtschaftliche Privilegien verg\u00f6nnt. Analog zu Transfersummen\n sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Ausw\u00fcchse zu \nstoppen und dem irrationalen und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Wettbieten \nentgegenzuwirken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Einfluss durch Berater beschr\u00e4nken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet,\n welches f\u00fcr den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss \naufgedeckt, reglementiert und eingeschr\u00e4nkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins \nerkl\u00e4ren l\u00e4sst, wie gering der Bruchteil der teils horrenden \nAbl\u00f6sesummen ist, der dem eigenen Verein tats\u00e4chlich zu Gute kommt, wird\n schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels \neiniges nicht stimmen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu hoch sind die Betr\u00e4ge, die bei den Transfererl\u00f6sen bei den \nSpielerberatern h\u00e4ngen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer \nSch\u00fctzlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu \nvermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das \u201eKasse machen\u201c,\n im Vordergrund steht und Spieler die Clubs \u00f6fter wechseln, als das \nihrer eigenen sportlichen Entwicklung zutr\u00e4glich w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den gro\u00dfen \nBeratungsb\u00fcros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter\n der Hand die Transferzahlungen in die H\u00f6he treiben. Der freie Markt aus\n Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gest\u00f6rt und es entsteht eine \nPreisspirale, an der der Profifu\u00dfball kein Interesse haben kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den\n Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben \nwerden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem \nDeckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen f\u00fcllen und die Verb\u00e4nde die\n Augen verschlie\u00dfen!<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich ist es in Ordnung und Teil\n des Wettbewerbes Fu\u00dfball, wenn gute Spieler gute Geh\u00e4lter erzielen und \nentsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine \nHandelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren \ngewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Kader begrenzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Durch aufgebl\u00e4hte Spielerkader lagern die Vereine \u201eKapital\u201c auf \nIhren Auswechselb\u00e4nken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit\n diese nicht f\u00fcr die Konkurrenz auflaufen k\u00f6nnen und l\u00e4sst sie dann auf \nder Bank oder Trib\u00fcne versauen. Vereine, die es sich leisten k\u00f6nnen, \nbl\u00e4hen ihre Kader k\u00fcnstlich auf. Dem Motto folgend \u201ewas ich habe hat \nschon mal kein anderer\u201c. Das ist nat\u00fcrlich eine Strategie, gegen die \nKonkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen \nBlatt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. \nDies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten Ein \nbeliebiges Aufstocken mit Nachwuchskr\u00e4ften sollte dennoch jederzeit \nm\u00f6glich sein, denn w\u00fcrde es rein um die Absicherung gegen Ausf\u00e4lle \ngehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen \nReihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein gro\u00dfer Kader mit eigenen \njungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies \ngilt es in Zukunft vermehrt zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein \u201eZusammenkauf\u201c von Profispielern\n \u201eauf Halde\u201c ist grunds\u00e4tzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den \nSpielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gest\u00f6rt \nwird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worten der \nVerbandsvertreter und von Funktion\u00e4ren, den Fu\u00dfball \u00e4ndern zu wollen, \nauch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschw\u00f6ren von \nUnmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine l\u00f6sungs- und keine \nproblemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.<\/p>\n\n\n\n<p>Fanszenen Deutschlands im Mai 2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nein, der Fu\u00dfball befindet sich in keiner Krise \u2013 lediglich das Gesch\u00e4ftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifu\u00dfball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein gro\u00dfer Teil der Bev\u00f6lkerung auf den Profifu\u00dfball blickt. 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