{"id":3599,"date":"2020-11-28T17:15:00","date_gmt":"2020-11-28T15:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/?p=3599"},"modified":"2020-11-27T12:53:47","modified_gmt":"2020-11-27T10:53:47","slug":"von-spruchbaendern-werbebanden-und-kommunikatonsfehlern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/von-spruchbaendern-werbebanden-und-kommunikatonsfehlern","title":{"rendered":"Von Spruchb\u00e4ndern, Werbebanden und Kommunikatonsfehlern"},"content":{"rendered":"\n<p>Hallo Unioner,<\/p>\n\n\n\n<p>jedem geneigten Betrachter mag aufgefallen sein, dass beim\nletzten Heimspiel gegen Bielefeld kein Spruchband am Zaun vor der Gegengerade hing,\nwie es die Heimspiele zuvor der Fall war. Mit diesen Spruchb\u00e4ndern gingen wir\nin der Vergangenheit auf aktuelle Entwicklungen innerhalb des deutschen\nFu\u00dfballs ein und begleiteten den Reformprozess kritisch. Selbiges unterlegten\nwir auch immer wieder im jeweiligen Programmheft mit ausf\u00fchrlichen\nErl\u00e4uterungen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr das Fernbleiben eines Spruchbandes am\nvergangenen Heimspieltag sind vielschichtig. Auf einige werden wir eingehen und\ndiese erl\u00e4utern. Andere Themen werden wir bewusst nicht ansprechen, da es zur\nUnionfamilie dazu geh\u00f6rt, Interna vorerst auch nur intern zu besprechen.\nKeinesfalls m\u00f6chten wir mit dem Finger auf Andere zeigen oder gar jemanden\nbezichtigen, sich gegen uns zu wenden oder uns ausspielen zu wollen. Das\nZusammenstehen auch in schweren Zeiten ist eines der gr\u00f6\u00dften G\u00fcter, die wir als\nUnioner haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Aufh\u00e4ngen der Spruchb\u00e4nder war seit Saisonbeginn mit\nerheblichen Auflagen verbunden und spitzte sich zunehmend zu. Keinesfalls, weil\nUnion nun neue Auflagen f\u00fcr Spruchb\u00e4nder hat, sondern weil \u2013 bedingt durch die\npandemische und rechtliche Lage- die Auflagen der DFL immer mehr zunahmen. Diese\nbesagen aktuell, dass keiner aus dem Zuschauerraum von den gekennzeichneten\nWegen abkommen darf. Damit ist es unm\u00f6glich als Zuschauer an den Zaun zu\ngelangen, um ein Spruchband aufzuh\u00e4ngen. Ebenfalls ist es nat\u00fcrlich nicht\nm\u00f6glich, am Spieltag selbst in den Innenraum zu gelangen. Daher einigten wir\nuns darauf, das Spruchband immer ca. 8 Stunden vor Spielbeginn anzubringen,\nsodass auch keiner Gefahr l\u00e4uft, infiziert zu werden oder es gro\u00dfartige Wellen\nschlagen k\u00f6nnte. Das war eine bew\u00e4hrte Praktik und keinem eine wirkliche Last.\nNachdem Union in die Schlagzeilen geriet, weil ja angeblich keiner auf Abstand\nachtet und jede erdenkliche Gazette das Thema aufgegriffen hat, schielte\nnat\u00fcrlich auch das Gesundheitsamt auf die Situation im Stadion An der Alten\nF\u00f6rsterei. Dieses gab anscheinend zu verstehen, dass sich Union gef\u00e4lligst an\nalle Auflagen zu halten habe, sonst k\u00f6nnten sie Zuschauer w\u00e4hrend eines Spiels\nvergessen. Die Crux: eine Woche sp\u00e4ter durfte keiner mehr rein, deutschlandweit.\nNaja, ungeachtet dessen gingen wir nat\u00fcrlich davon aus, dass wir wie \u201eimmer\u201c unsere\nSpruchb\u00e4nder aufh\u00e4ngen k\u00f6nnen. Die Antwort war aber anders: \u201eDiesen Spieltag\nist es nicht m\u00f6glich, das Spruchband zu zeigen.\u201c Bamm! Da kam die Schelle. Kein\nSpruchband? Bei dem so fanfreundlichen 1. FC Union Berlin? F\u00fcr uns bis dato\nauch schon undenkbar, doch es ist passiert. Nicht n\u00f6tig zu sagen, dass bei uns\ndirekt Zorn aufkochte. War es doch unser letztes Zeichen, was wir nach au\u00dfen\ngeben konnten, die letzte M\u00f6glichkeit den Leuten zu zeigen, dass Reformen\nben\u00f6tigt werden, ja die letzte M\u00f6glichkeit, dem Fan eine fu\u00dfballpolitische\nStimme zu geben. Dennoch war es so. Wo aber lag das Problem? Keiner konnte uns\nzu diesem Zeitpunkt sagen, weshalb kein Spruchband am Zaun h\u00e4ngen darf und\nwieso auch Vereinsmitarbeiter, die ja getestet werden, nichts anh\u00e4ngen d\u00fcrfen.\nFragen \u00fcber Fragen also, wegen einer Sache, die f\u00fcr uns so selbstverst\u00e4ndlich\nist, wie das Atmen. Die Quintessenz war, dass man auf Seiten Unions tats\u00e4chlich\nauf weiteres Brimborium verzichten will, um das Auge des wachsamen\nGesundheitsamtes nicht noch mehr auf die Wuhlheide richten zu lassen. Man h\u00e4tte\ndem ganzen Trubel drum herum auf jeden Fall niedriger gehalten, h\u00e4tte man das\ndirekt kommuniziert. So einfach vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden,\nhalten wir nicht f\u00fcr die Art und Weise, wie wir uns unter Unionern begegnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch am heutigen Spieltag stehen wir vor einem Problem: Da\nkeine Zuschauer ins Stadion gehen k\u00f6nnen, bleiben Ticketeinnahmen aus. Daraus\nresultiert auch kein Erl\u00f6s aus dem Catering und dem Merchandise, logisch.\nEbenso aber fehlen Werbeeinnahmen aus Reklame, die f\u00fcr die Stadionbesucher\ngedacht ist. Ist halt keiner mehr da, der umworben werden k\u00f6nnte. So wird zum\nBeispiel die Werbung am Stadiondach nicht von TV-Kameras eingefangen. Diese\nfehlenden Einnahmen muss der Verein in irgendeiner Art und Weise nat\u00fcrlich\nversuchen zu kompensieren. Diese Kompensation ist eine weitere Werbebande am\nZaun der Gegengerade. Auch diese Info traf uns wie eine harte Rechte. Genau\ndort, wo sonst unsere Zaunfahnen h\u00e4ngen, da wo wir unser letztes Lebenszeichen\nalle zwei Wochen absenden soll jetzt einfach Werbung h\u00e4ngen?!Das kann doch\nnicht wahr sein! Auch hier wurden wir vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne\ndass man uns die Chance gab, gemeinsam eine L\u00f6sung zu finden. F\u00fcr uns ist es\nunstrittig, dass der Zaun ein Instrument und auch ein Medium der Fans ist und\nnicht die eines Geldgebers. Daher ist uns der Gedanke fremd, das einfach so zu\nakzeptieren und hinzunehmen. Ebenfalls ist uns aber auch die prek\u00e4re Situation\ndes Vereins bewusst, der eine Verantwortung zu tragen hat. So stehen wir -wie\nso oft in dieser Krise- zwischen den St\u00fchlen. Aber wir f\u00fchlen uns auch im\nVerst\u00e4ndnis f\u00fcr unsere Sache sehr im Stich gelassen. Erst recht, wenn man h\u00f6rt,\nes sei schade, dass auf den Spruchb\u00e4ndern nichts Positives \u00fcber die Mannschaft\nzu lesen ist. Daf\u00fcr machen wir das auch nicht! Wir h\u00e4ngen diese Spruchb\u00e4nder\nauf, weil wir die Leute daran erinnern wollen, dass es Zeit f\u00fcr Ver\u00e4nderungen\nist. Ver\u00e4nderungen, \u00fcber deren Notwendigkeit sich im Fr\u00fchjahr scheinbar noch\nalle einig waren, die aber bis heute nicht zu sehen sind\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden weiter bei unserer Haltung bleiben und uns nicht\nverbiegen, auch wenn Kompromisse dies manchmal vermuten lassen. &nbsp;Und welche Themen Fans f\u00fcr ihre Spruchb\u00e4nder\naufgreifen, das sollte ihnen auch weiterhin selbst \u00fcberlassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wuhlesyndikat 2002<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img src=\"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/wp-content\/\/2-2-1024x467.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3604\" width=\"550\" srcset=\"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/wp-content\/2-2-1024x467.jpg 1024w, https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/wp-content\/2-2-300x137.jpg 300w, https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/wp-content\/2-2-768x350.jpg 768w, https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/wp-content\/2-2-1536x701.jpg 1536w, https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/wp-content\/2-2.jpg 1587w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Unioner, jedem geneigten Betrachter mag aufgefallen sein, dass beim letzten Heimspiel gegen Bielefeld kein Spruchband am Zaun vor der Gegengerade hing, wie es die Heimspiele zuvor der Fall war. 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