{"id":4476,"date":"2025-11-28T19:00:00","date_gmt":"2025-11-28T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/?p=4476"},"modified":"2025-11-28T19:11:21","modified_gmt":"2025-11-28T17:11:21","slug":"offener-brief-der-fanszenen-vom-1-fc-union-berlin-und-von-hertha-bsc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/offener-brief-der-fanszenen-vom-1-fc-union-berlin-und-von-hertha-bsc","title":{"rendered":"Offener Brief der Fanszenen vom 1. FC Union Berlin und von Hertha BSC"},"content":{"rendered":"\n<p>Sehr geehrte Frau Innensenatorin\u00a0Spranger,<\/p>\n\n\n\n<p>mit gro\u00dfem Schrecken haben wir die Aufnahme des TOP 22 \u201eFu\u00dfball ohne Gewalt\u201c auf die Tagesordnung der kommenden Innenministerkonferenz (IMK) zur Kenntnis genommen. Hunderte Fans des 1. FC Union Berlin und von Hertha BSC haben sich am Sonntag, 16.11.2025 an der gro\u00dfen Fandemonstration in Leipzig beteiligt. Auch der folgende, bundesweite, stille 12-min\u00fctige Protest in den Stadien wurde durch die Anh\u00e4ngerschaften beider Vereine in beeindruckender Einheit mitgetragen. Inzwischen hat sich eine Vielzahl an Fu\u00dfballvereinen positioniert und fordert eine faktenbasierte Diskussion ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Forderungen nach personalisierten Tickets f\u00fcr Besuche von Fu\u00dfballspielen, Gesichtsscannern an den Stadiontoren, einer zentralen Kommission als Aufsichtsorgan sowie verh\u00e4ngten Stadionverboten schon bei einem eingeleiteten Ermittlungsverfahren sind nicht hinnehmbar. Sie zeugen von der Unkenntnis dar\u00fcber, wie sicher es in unseren Stadien ist und von der Ignoranz gegen\u00fcber dem kulturellen Wert einer lebendigen Vereins- und Fankultur.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz einer steigenden Gesamtzuschauerzahl in den oberen drei Ligen des Profifu\u00dfballs der M\u00e4nner auf \u00fcber 25 Millionen binnen einer Saison sind die Zahlen der Verletzten zur\u00fcckgegangen. Dies zeigen die Zahlen der Zentralen Informationsstelle Sporteins\u00e4tze (ZIS), die f\u00fcr die Saison 2024\/2025 1.107 Verletzte ausweist (2023\/2024: 1.338). Hierbei ist es nicht transparent oder wissenschaftlich nachvollziehbar, nach welchem Verfahren die ZIS ihre Zahlen \u00fcberhaupt erhebt. Alle Zahlen zeigen: Der Besuch eines Fu\u00dfballstadions sicherer ist als je zuvor. Nichtsdestotrotz wird das Thema \u201eFu\u00dfball ohne Gewalt\u201c auf die Agenda der anstehenden IMK genommen. Inwiefern dies f\u00fcr eine sachliche, an den Fakten und den Anliegen der Menschen orientierte Politik stehen soll, erschlie\u00dft sich uns nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese sachliche und an den Fakten orientierte Diskussion kann aufgrund mangelnder Transparenz der Innenministerkonferenz nicht gef\u00fchrt werden. Mit der BLoAG wurde eine Parallelstruktur geschaffen, die \u00fcber Jahrzehnte gewachsene Strukturen \u00fcbergeht. Weder die Vereine, noch Fanprojekte, Fanhilfen und Fanszenen wurden eingebunden. Auch die Akteure des Nationalen Ausschusses f\u00fcr Sport und Sicherheit (NASS), der f\u00fcr die Umsetzung des Nationalen Konzepts f\u00fcr Sport und Sicherheit (NKSS) zust\u00e4ndig ist und von der IMK zu diesem Zweck eingesetzt wurde, wurden nicht in den Arbeitsprozess mit einbezogen. Nicht einmal demokratisch gew\u00e4hlte Abgeordnete erhalten Informationen. Parlamentarische Anfragen, etwa in der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft, bleiben inhaltlich weitgehend unbeantwortet. Ein intransparentes Verfahren ohne Datengrundlage, ohne gesellschaftliche Beteiligung und ohne Einbindung der \u00fcber Jahrzehnte gewachsenen, lokalen und bundesweiten Strukturen im Zusammenhang mit der Durchf\u00fchrung von Fu\u00dfballspielen wird in den Fu\u00dfballstadien keine Akzeptanz finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es scheint, als solle der Profifu\u00dfball als Testfeld f\u00fcr neue \u00dcberwachungsma\u00dfnahmen herhalten. Stadionverbote schon bei Einleitung eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens bilden einen Bruch mit den rechtsstaatlichen Prinzipien der Nachweispflicht und Unschuldsvermutung. Auch wir Fu\u00dfballfans sind B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger dieses Landes und fordern rechtsstaatliche Prinzipien im Umgang mit uns ein. Denn leider h\u00e4ufen sich in den letzten Jahren gro\u00df angelegte Polizeikontrollen inklusive pauschal eingeleiteter Ermittlungsverfahren gegen hunderte Fu\u00dfballfans, wie etwa beim Gastspiel von Fortuna D\u00fcsseldorf beim 1. FC K\u00f6ln am 23.02.2025.<\/p>\n\n\n\n<p>Unabh\u00e4ngig von der fehlenden Praktikabilit\u00e4t personalisierter Tickets stellt diese Idee die Vereine vor enorme Herausforderungen und Kosten, wenn die Personalisierung zehntausender Stadionbesucher \u00fcberpr\u00fcft werden m\u00fcsste. Solche Ma\u00dfnahmen wurden bereits in Italien und Polen installiert und hatten einen massiven R\u00fcckgang der Zuschauerzahlen zur Folge. Dies kann kein Ziel der Sportmetropole Berlin sein, deren gr\u00f6\u00dfte Aush\u00e4ngeschilder ihre Profifu\u00dfballvereine sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir hoffen, dass Sie, Frau Spranger, als Vertreterin Berlins auf der Innenministerkonferenz f\u00fcr die Interessen der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger eintreten und die genannten Punkte ber\u00fccksichtigen werden. Es kann nicht im Sinne des Berliner Senats sein, wenn die gro\u00dfen Fu\u00dfballvereine der Stadt wegen unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfiger Ma\u00dfnahmen massiv an Strahlkraft einb\u00fc\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aussagen ihres Staatssekret\u00e4rs Christian Hochgrebe in der 61. Sitzung des Innenausschusses am 17.11.2025 lassen uns erschrocken zur\u00fcck. Ausf\u00fchrungen von \u201ezunehmender Gewalt in Fu\u00dfballstadien\u201c sind sachlich falsch. Selbiges gilt f\u00fcr die vorgebliche Transparenz des Prozesses. Die obigen Ausf\u00fchrungen zeigen, dass diese nicht gegeben ist. Die \u00f6ffentliche Debatte der vergangenen Wochen hat sich erst aufgrund entsprechender Leaks durch Journalisten und Fans ergeben, nicht aufgrund von Ver\u00f6ffentlichungen durch die Innenminister.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der bisher mangelnden Transparenz vonseiten der Innenministerkonferenz und mit Blick auf die im kommenden Jahr anstehende Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin bitten wir Sie, ein deutliches Zeichen im Sinne des Berliner Sports zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fans vom 1. FC Union Berlin und von Hertha BSC<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/wp-content\/\/FCUSCF-ws02-5_1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4485\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/wp-content\/FCUSCF-ws02-5_1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/wp-content\/FCUSCF-ws02-5_1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/wp-content\/FCUSCF-ws02-5_1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.wuhlesyndikat.de\/wordpress\/wp-content\/FCUSCF-ws02-5_1.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Frau Innensenatorin\u00a0Spranger, mit gro\u00dfem Schrecken haben wir die Aufnahme des TOP 22 \u201eFu\u00dfball ohne Gewalt\u201c auf die Tagesordnung der kommenden Innenministerkonferenz (IMK) zur Kenntnis genommen. 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